Four Days, Four Nations, One Conference: OLMUN 2026

Halepaghenschule bei den Oldenburg Model United Nations

Eine Delegation von zwölf Schülerinnen der Halepaghenschule nahm unter der Leitung von Herrn Steffen Schreyer an den diesjährigen OLMUN (Oldenburg Model United Nations) teil. Während der viertägigen Konferenz vertraten die Schülerinnen die Staaten Gabun, Guatemala, Guinea und Botswana in verschiedenen Gremien der simulierten Vereinten Nationen.

Delegation der Halepaghen-Schule
Delegation der Halepaghen-Schule

 

OLMUN ist eine der größten Model-United-Nations-Konferenzen Europas. Bei einer MUN-Konferenz übernehmen Schülerinnen und Schüler die Rolle von Delegierten eines Mitgliedsstaates der Vereinten Nationen. Anders als in einer klassischen Debatte vertreten sie dabei nicht ihre persönliche Meinung, sondern die Position des ihnen zugewiesenen Landes. Ziel ist es, durch Diskussionen und Verhandlungen gemeinsame Lösungen für internationale Herausforderungen zu entwickeln.

Guatemala First Committee
Guatemala im First Committee

 

Die diesjährige Konferenz griff zahlreiche aktuelle und historische Fragestellungen der internationalen Politik auf. In den verschiedenen Komitees wurden unter anderem Möglichkeiten zur Entwicklung nachhaltiger und gerechter Abfallmanagementsysteme zur Bekämpfung von Umweltverschmutzung diskutiert. Weitere Themen waren der Schutz und die Rechte von Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern in Europa sowie Fragen der internationalen Sicherheit. Im Historical Security Council wurde zudem der Sechstagekrieg von 1967 simuliert, wobei die Delegierten die Rolle der damaligen Mitglieder des Sicherheitsrates übernahmen und auf die Ereignisse aus historischer Perspektive reagierten. Für die Debatten recherchierten die Delegierten bereits im Vorfeld die außenpolitischen Positionen ihrer jeweiligen Staaten und vertraten diese anschließend in Reden, Verhandlungen und bei der Ausarbeitung von Resolutionen.

Abstimmung im 3rd Committee
Abstimmung im 3rd Committee

 

Der Ablauf von OLMUN orientiert sich an den Arbeitsweisen der Vereinten Nationen. Nach der Eröffnungszeremonie treffen sich die Delegierten in ihren jeweiligen Komitees. Dort halten sie sogenannte Opening Speeches, diskutieren über die Tagesordnungspunkte und arbeiten gemeinsam an Resolutionsentwürfen. Durch formelle und informelle Verhandlungen entstehen schließlich Resolutionen, über die abgestimmt wird. Die gesamte Konferenzsprache ist Englisch.

Zu einer MUN-Konferenz gehört außerdem ein formeller Dresscode. Die Teilnehmenden tragen in der Regel Business-Kleidung, beispielsweise Blazer, Hemden, Blusen oder Anzüge. Bei Nichtbeachtung droht eine (meist lustige) Bestrafung in Form von Karaoke oder improvisierten Vorträgen vor den Kommissionen. 

Die Teilnahme an einer MUN-Konferenz verbindet Inhalte und Kompetenzen aus verschiedenen Unterrichtsfächern. Politische und historische Kenntnisse werden ebenso benötigt wie geografisches Wissen, Fremdsprachenkompetenz, rhetorische Fähigkeiten und die Fähigkeit, komplexe Texte zu analysieren. Damit vereint eine solche Konferenz Aspekte aus Politik-Wirtschaft, Geschichte, Englisch und Deutsch in einer praxisnahen Anwendung. Als außerschulischer Lernort ermöglicht OLMUN zudem Erfahrungen, die im regulären Unterricht nur begrenzt vermittelt werden können: Die Schülerinnen übernehmen Verantwortung, vertreten Positionen in einem internationalen Umfeld, arbeiten mit Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern zusammen und erleben politische Entscheidungsprozesse unmittelbar. Dadurch werden nicht nur fachliche, sondern auch soziale und interkulturelle Kompetenzen gefördert.

Neben der Arbeit in den Komitees bietet OLMUN auch die Möglichkeit, mit Jugendlichen aus vielen Ländern in Kontakt zu kommen. Die Konferenz verbindet politische Bildung, Sprachpraxis und internationale Begegnungen und vermittelt einen Einblick in die Arbeitsweise internationaler Organisationen.

Für die Delegation der Halepaghenschule waren die vier Tage in Oldenburg eine Gelegenheit, internationale Politik nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern selbst in die Rolle von Diplomatinnen zu schlüpfen. Dabei vertraten sie die Interessen ihrer zugewiesenen Staaten in Debatten und Verhandlungen und sammelten Erfahrungen in einem internationalen Umfeld.